Obere Heldsbergstrasse 5
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Armee, Sanität und Rotkreuzdienst

Schwerpunkte der Ausstellung  bilden z.B. Arzttaschen aus den verschiedenen Zeitepochen der Sanitätsdienste in der Schweizer Armee. Der Feldarzt hatte Zugriff zu chirurgischem Besteck für kleinere Operationen sowie Medikamente und Narkosemittel. Die Operationsinstrumente, welche der Truppenarzt zu Beginn seines Dienstes fasste, waren allesamt als Eigentum der Armee mit einem Schweizer Kreuz gekennzeichnet.

Einrichtungen der Notspitäler

In den Notspitälern, eingerichtet z.B. in Zelten, Kellern, Schulhäusern und Hotels fanden sich Narkoseapparaturen, umfangreiches chirurgisches Besteck, Sterilisationsgeräte und Sammlungen mit den wichtigsten Medikamenten, gleich einer mobilen Apotheke.

Neben den Sanitätsgruppen waren während des zweiten Weltkrieges auch Angehörige des Roten Kreuzes Dienstes tätig in grossen Firmen und zugunsten der Zivilbevölkerung. Ärzte wurden ebenso zum Hilfsdienst (HD) eingezogen und arbeiteten in Notspitälern. Ihre Uniformen unterschieden sich von denen der Truppenärzte, wie ein Beispiel in der Ausstellung zeigt.

Ausbildung der Sanitätstruppen

Für die Ausbildung der Sanitätssoldaten standen grosse Schautafeln mit der Anatomie des Menschen zur Verfügung. Ab 1950 kamen die ersten Beatmungspuppen in den Einsatz. Ab 1942 bis 1995 besuchte der Blutspendedienst auch die Rekrutenschulen.

Veterinäre in der Kavallerie tätig

In der Sonderausstellung ist ebenso das Instrumentarium  von Zahnärzten und Augenärzten zu finden. Eine eigene Vitrine zeigen die umfangreichen Instrumente, wie sie die Veterinäre (Tierärzte) zur Verfügung hatten, um Pferde oder Rettungshunde zu behandeln. Bis nach Ende des zweiten Weltkrieges bildeten die berittenen Truppen, die Kavallerie, einen wichtigen Truppenteil der Armee. Feldbatterien wurden zum Beispiel mit Pferden bewegt und in Stellung gefahren. Dann verdrängte die Motorisierung nach und nach das Pferd aus der Armee. Einzig für Materialtransporte im Gebirge leisten Trainpferde in der Armee auch im 21. Jahrhundert noch wertvolle Dienste.

Die Exponate der informativen und anschaulichen Sonderausstellung stammen aus der privaten Sammlung von Vreni und Thomas Uhler, St. Gallen.

Vreni und Thomas Uhler sind Eigentümer der Sammlung „Armee, Sanität und Rotkreuzdienst.
Labflaschen der Sanitätssoldaten
Anatomietafeln für die Ausbildung der Sanitätstruppen
Chirurgische Instrumente des Truppenarztes
Ein Spritzensortiment, als Mehrwegspritzen noch üblich waren
Einblick in die mobile „Armeeapotheke“
Geld- und Kleidersammlungen während des 2. Weltkrieges für bedürftige Familien
Kragenspiegel eines in der Armee zugezogenen Arztes während des 2. Weltkrieges

Eidgenössische Feldschiessen 1935 bis 2008 im Spiegel der Auszeichnungen

Jährlich werben Plakate für das grösste Schützenfest der Welt, das Eidgenössiche Feldschiessen. Seit Beginn dieses sportlichen Anlasses werden gute Schützen mit Diplomen, kantonalen und eidgenössischen Anerkennungskarten und ab 1935 mit einem sogenannten Kranz belohnt in Form einer Medaille, welche jeweils mit berechtigtem Stolz an Revers getragen wird.

Im Festungsmuseum Heldsberg,  St.Margrethen stellen zur Zeit Heinrich Hanselmann aus Horn und Andreas Caderas aus Au sämtliche Medaillen des Feldschiessens aus. Dabei ist zu beobachten, dass in den Sujets der Medaillenbilder der Zeitgeist sich wiederspiegelt. Von 1935 bis 1944 wählte man gesamtschweizerische Motive, welche jedes zweite Jahr gewechselt wurden. Ab 1945 bis 1956 zeigte man die Entwicklung des Schiesswesens auf von der Armbrust bis zum Karabiner 31. Die Pistolenschützen hatten bis 1957 ihre eigenen Sujets auf den Medaillen. Mitte der 50iger Jahre war scheinbar ein Rückgang der Teilnehmeranzahl festzustellen, sodass 1957 das Motto lautete: Mitmachen kommt vor dem Rang.

Widmung an die wehrhaften Schweizer

1958 bis 1962 waren die Motive den wehrhaften Schweizern an der Arbeit gewidmet. 1963 bis 1967 kommt Wilhelm Tell, das Sinnbild unserer Freiheit zu Ehren und von 1968 bis 1973 wird an die ruhmreichen Schlachten der Eidgenossenschaft erinnert, so Morgarten, Sempach, Grandson und andere.

Berühmte Schweizer wie Niklaus von der Flüe, Jeremias Gotthelf, General Guisan und weitere werden von 1974 bis 1980 geehrt. Die letzte Serie von 1981 bis 2007 weist auf Sehenswürdigkeiten in den Kantonen hin wie das Bundesarchiv in Schwyz oder bekannte Schlösser. Neben den Medaillen sind auch militärische Schützenabzeichen von 1917 bis heute zu sehen , darunter die begehrte „Schützenschnur“ sowie Sektionsauszeichnungen für die Gewehr- und Pistolenschützen.


In den 70ger Jahren prägten Schlachten der Eidgenossenschaft die Sujets der Feldschiessmedaillen.

In den letzten Jahren zierten bekannte Kulturgüter der Schweiz die Medaillen, so im Jahr 2000 das Kloster Muri im Kanton Aargau.

Das Museum ist jeden Samstagnachmittag von April bis Ende Oktober von 13.00 bis 18.00 Uhr geöffnet. Gruppen können sich unter Telefon +41 (0)71 733 40 31 oder info@festung.ch während des ganzen Jahres  für einen Termin anmelden.